Einige beispielhafte Schreiben von Beschäftigten aus dem
Bäckerhandwerk NRW an die NGG:
Namen und Orte wurden von der Redaktion verändert.
Etwaige Ähnlichkeiten sind rein zufällig.
"Uns wird seit Jahren sowohl das Urlaubs- als auch das Weihnachtsgeld vorenthalten. Begründungen: ... uns geht es zurzeit schlecht ... wir müssen sparen um Kündigungen zu vermeiden ... wir müssen alle zusammenhalten um die hohen Investitionen abzufangen... Irgendwann reicht´s!".
"Unser Betrieb bezahlt Tariflohn. Nur die Erhöhung
für uns müssen wir selber reinholen. Die Stundenumsätze
wurden deshalb enorm angehoben. Und die sind zum Teil
nur zu schaffen,wenn eine Verkäuferin über Stunden
alleinin der Filiale steht. Teilweise arbeiten wir
länger als wird tatsächlich aufgeschrieben haben aus
Angst.Wir sind in einer Zwickmühle, da unsere
Arbeitsverträge immer nur befristet laufen, in der
Hoffnung noch mal verlängert zu werden. Das kann doch
nicht der Sinn sein! Von uns würde keiner zugeben,
Mitglied in der Gewerkschaft zu sein, so viel Angst
und Panik haben wir hier alle. Wenn bekanntwürde, was
ich Ihnen mitgeteilt habe, wäre ich meinen Job los.
Doch trotz allem kann es so nicht weitergehen."
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" 1. Kein tarifliches Gehalt.
2. Verzicht auf Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld seit
4 Jahren.
3. Unvergütete Überstunden.
4. 11 Stunden Ruhe vor dem nächsten Arbeitstag werden
nicht eingehalten, meistens an den Tagen von
Freitag auf Samstag.
5. Zu viele Überstunden für die Azubis.
6. Keine geregelten Pausen bzw. gar keine Pausen,
obwohl es von den Arbeitnehmern gewünscht ist.
Ich hoffe, dass es in der fernen Zukunft wieder
stärkere Gewerkschaften gibt, die für die
Arbeitnehmerrechte kämpfen."
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"Leider weiß ich nur zu gut wovon Sie schreiben.
Hier eine Auflistung von Verstößen:
- 10-12 Stunden arbeiten pro Tag ohne Nachtzuschläge
oder Auszahlung der Überstunden(sei es in Freizeit
oder Geld).
- Arbeiten auch an Sonn- und Feiertagen - sprich 7
Tage die Woche sind keine Seltenheit.
- Die Ruhezeit zwischen den Arbeitszeiten wird nicht
eingehalten,teilweise nur 7 Stunden zwischen zwei
Arbeitstagen.
- Die Lehrlinge dürfen ihre Schulpflicht nicht wahrnehmen
weil sie arbeiten müssen, können teilweise nur 2-3 Mal
zur Schule.
Ist das alles richtig???"
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"Ihr solltet euch mal die Firma ... ansehen.
Hier einige Highlights:
- Keine Extra-Vergütung für Sonntagsarbeit
- Keine Überstundenvergütung
- Keine Einhaltung des Tarifvertrages
- Kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld
- Keinerlei Pausen
- 14-Stunden-Schichten (natürlich auch ohne Pausen)
- Keine Arbeitsverträge
- Nichteinhaltung der tariflichen Urlaubstage
(max. 22 Tage)
- Dienstantritt um 06.00 bis 06.15 Uhr, Bezahlung
jedoch erst ab 07.15 Uhr
- Keine vermögenswirksamen Leistungen
- Keine Einhaltung der Hygienevorschriften
- Ratten laufen auch mal über die Füße
- Taschenkontrollen nach Verlassen der Arbeit,
ohne jegliche Verdachtsmomente
- usw. usw. usw."
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"Hiermit teile ich Ihnen mit, dass die Bäckerei ...
kein Tarifgehalt bezahlt, sondern maximal 9,50 € und
auch die tariflich festgelegten Urlaubstage sowie die
Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld wird verweigert.
Die Firma hat keinen Betriebsrat.
Heute hatte ich ein Bewerbungsgespräch bei der Firma ...
Hier hat man mir gegenüber behauptet, man hätten einen
Haustarifvertrag und würde nur 8,70 € zahlen. Das kann
doch wohl nicht stimmen, oder?"
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"Ich bin Verkaufsfahrer bei der Bäckerei ... in ... .
Hiermit möchte ich anzeigen, dass die Firma ... gegen den
Tarifvertrag verstößt. Und zwar insofern, dass die
Überstunden die wir machen, nicht bezahlt werden. Samstags
allein machen wir regelmäßig alle Überstunden. Des Weiteren
will man uns weißmachen, dass wir nur alle 14 Tage einen
freien Tag bekommen. Wenn ich den Tarifvertrag richtig
verstehe, haben wir eine 5-Tage-Woche und somit jede Woche
einen Tag frei zu bekommen, was auch nicht der Fall ist.
Ich bitte Sie, sich der Sache mal anzunehmen und die
Bäckerei ... mal zu überprüfen.
Ich bitte Sie, die Sache diskret zu behandeln."
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